20. - 22.02.2018
Düsseldorf
EMV 2018
Internationale Fachmesse und Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit

 
 
 

Session 4a

Reverberation Cham

Termin

Mittwoch, 21.02.2018, 15:00 - 17:00 Uhr

Chairperson

Dr. Markus Wehr

Beschreibung

15:00 Erste Ergebnisse für die gemessene Direktivität von realen Prüflingen aus dem DEBoRA-Projekt
Dr.-Ing. Mathias Magdowski, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, Deutschland
Im Vortrag werden die ersten Ergebnisse aus dem DEBoRA-Projekt (Directivity Estimation Based on Routine Assessments) vorgestellt, mit dessen Hilfe eine Datenbank mit experimentell ermittelten Direktivitätswerten für typische Prüflinge aufgebaut werden soll. Die Direktivität ist dabei definiert als das Maximum der Strahlungsleistung eines Prüflings über alle Raumrichtungen geteilt durch den entsprechenden Mittelwert. Diese Größe ist nötig, um feldstärkebasierte Emissionsgrenzwerte in entsprechend Leistungsgrenzwerte umrechnen zu können.
15:30 Analyse und Design zur Nutzung einer Vibrating Intrinsic Reverberation Chamber in einer Absorberhalle
B.Sc. Waldemar Schädel, Daimler AG, Stuttgart, Deutschland
Stand der Technik ist die Nutzung vom 5,8 GHz W-LAN im Fahrzeug. Deswegen wurde die Störfestigkeitsmessung von Gesamtfahrzeugen aller OEM's (Original Equipment Manufacturer) auf 6 GHz von den führenden Fahrzeugherstellern erweitert.

Bei Frequenzen (>1 GHz) wird die Sendekeule der genutzten Antenne schmaler, dieser Effekt führt zu Abschattungen am Fahrzeug. Dadurch wird nicht jede Komponente am Fahrzeug dem Feld ausgesetzt. Somit kann nicht die Störfestigkeitsmessung des Gesammtfahrzeugs gewährleistet werden.

Das Problem der Abschattung kann durch Variation der Antennenposition oder mit der Drehung des Fahrzeugs gelöst werden. Auf Grund der Hallendimensionen ist eine Drehung von großen Fahrzeugen (12 - 21 m) nicht möglich. Eine Positionsänderung der Antenne würde die Messzeit um mindestens einen Tag verlängern.

Zur Lösung dieses Problems wurde die Nutzung der bekannten Technologie VIRC (Vibrating Intrinsic Reverberation Chamber) innerhalb einer Absorberhalle eingesetzt. Die Störfestigkeitsmessung wird in zwei Messungen unterteilt. Der untere Frequenzbereich wird mit der herkömmlichen Absorberhalle gemessen. Für den oberen Frequenzbereich wird die Messung mit der VIRC genutzt. Eine VIRC kann innerhalb der Absorberhalle schnell aufgebaut werden, durch bewegte Stoffwände wird kein Modenrührer benötigt. Dadurch ergeben sich bei gleicher Hallenfläche ein größeres Messvolumen in der Halle und der Wegfall der komplizierten mechanischen Konstruktion des Modenrührers.

Die Neuheit dieser Messmethode ist der Einsatzort einer VIRC innerhalt einer Absorberhalle bei den überdurchschnittlich großen Dimensionen (26x8x6 m³) für eine VIRC.
16:00 Die Modenverwirbelungskammer als alternative Messumgebung für Kompatibilitätstest in der Magnetresonanztomographie.
M.Sc. Enrico Pannicke, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, Deutschland
Der Übergang vom diagnostischen zum interventionellen Gebrauch eines Magnetresonanztomographen wird eine Vielzahl an Drittgeräten notwendig, die alle auf ihre Kompatibilität mit der MR-Umgebung geprüft werden müssen. Die Modenverwirbelungskammer ist hierbei sehr gut dazu geeignet, um die Störung der Bildgebung durch elektromagnetische Störaussendungen dieser Geräte zu evaluieren. Im Beitrag wird gezeigt wie die Störaussendung eines Gerätes die Bildgebung beeinflusst und wie dies in der MVK gemessen werden kann.
16:30 Synthese realer transienter Störsignale mittels arbiträrer Signalgeneratoren für EMV-Untersuchungen
M.Sc. Oliver Kerfin, TU Braunschweig, Braunschweig, Deutschland
Für Störfestigkeitsprüfungen gegenüber transienten Vorgängen werden im Bereich der EMV üblicherweise standardisierte Impulsformen genutzt. Die Verwendung von standardisierten Impulsen spiegelt die Realität allerdings nur mit Einschränkungen wider, da in der Praxis auftretende Transienten bereits bei minimaler Veränderung des untersuchten Szenarios sehr unterschiedliche Ausprägungen aufweisen können. In diesem Beitrag wird daher ein neuer Ansatz verfolgt, bei dem die in einem realen Szenario aufgezeichneten Transienten mit Hilfe eines leistungsfähigen arbiträren Signalgenerators künstlich nachgebildet und dann für Untersuchungen im EMV-Labor schnell und flexibel bereitgestellt werden können. Als eine mögliche Anwendung wird zudem die Einspeisung der synthetisierten Transienten in eine TEM-Zelle für Störfestigkeitsuntersuchungen an kompakten elektronischen Geräten vorgestellt, die Funktionalität des Aufbaus wird messtechnisch validiert.

Referenten

M.Sc. Oliver Kerfin
TU Braunschweig, Braunschweig, Deutschland
Oliver Kerfin studierte Elektrotechnik mit den Schwerpunkten Energie- und Hochfrequenztechnik an der Technischen Universität Braunschweig. Seit dem Abschluss seines Masterstudiums im Jahr 2015 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Institut für Elektromagnetische Verträglichkeit tätig. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Charakterisierung der Impedanzen von großen induktiven Bauelementen für das elektrische Energienetz sowie Messverfahren zur Untersuchung zeitvarianter Übertragungskanäle.
Herr Dr. Mathias Magdowski
Dr.-Ing. Mathias Magdowski
Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, Deutschland
Mathias Magdowski beendete 2008 sein Studium der Elektrotechnik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, promovierte dort 2012 zum Doktoringenieur und ist zurzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Lehrstuhl für Elektromagnetische Verträglichkeit tätig. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte umfassen die Beschreibung statistischer elektromagnetischer Feldern, wie sie z.B. in Modenverwirbelungskammern und elektrisch großen Resonatoren vorkommen, sowie die Messung und Simulation der Einkopplung solcher Felder in Leitungsstrukturen und komplexe Systeme.
M.Sc. Enrico Pannicke
Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, Deutschland
2012 Abschluss des Masterstudienganges "Medical Systems" an der Otto-von-Guericke Universität
2012 Mitarbeiter am Lehrstuhl für EMV an der Otto-von-Guericke Universität
seit 2013 fester Mitarbeiter im Forschungscampus Stimulate im Bereich Hardwareentwicklung zur Unterstützung bildgeführter minimal-invasiver Eingriffe
seit Q3/2016 Forschungsgruppenleiter der Sektion "MR-Tools" im Forschungscampus Stimulate.
Herr Waldemar Schädel
B.Sc. Waldemar Schädel
Daimler AG, Stuttgart, Deutschland
2015 - 2017: Master Studium Elektrotechnik Automatisierte Systeme an der Hochschule Osnabrück, Abschlussarbeit bei Daimler Trucks zum Thema "Analyse und Design zur Nutzung einer mobilen Modenverwirbelungskammer in einer Absorberhalle"

2011 - 2015: Bachelor Studium Elektrotechnik Automatisierung/Energie an der Hochschule Osnabrück, Abschlussarbeit bei Harting Elektrik zum Thema "Analyse und Design zur vertikalen Integration der Control - Ebene eines Verpackungsautomaten für Han Gehäuse mit der ERP - Ebene, zur Vorbereitung für Industie 4.0"


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