20. - 22.02.2018
Düsseldorf
EMV 2018
Internationale Fachmesse und Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit

 
 
 

Session 2d

Aktuelles aus der Normung

Termin

Mittwoch, 21.02.2018, 09:00 - 11:00 Uhr

Chairperson

Dr. Ralf Heinrich

Beschreibung

09:00 Neue ETSI Normen EN 303 446-1/2 für kombinierte Geräte mit Funkmodul
Dipl.-Ing. Frank Deter, Miele & Cie. KG, Oelde, Deutschland
Die neuen ETSI Normen für kombinierte Geräte mit Funkmodul EN 303 446-1 (Wohnumgebung) und EN 303 446-2 (Industrieumgebung) legen fest, wie deren EMV nach Artikel 3.1 (b) der Funkgeräterichtlinie 2014/53/EU beurteilt werden kann. Dazu wird auf entsprechende Produktnormen aus dem Funk- und dem Nicht-Funk-Bereich verwiesen und definiert, wie bei abweichenden Anforderungen vorzugehen ist. Außerdem wird festgelegt, welche zusätzlichen Messungen am kombinierten Gerät erforderlich sind.
09:30 Die neue IEC 61000-4-31 in Theorie und Praxis
Dr.-Ing. Ralf Heinrich, AMETEK CTS Europe GmbH, Berlin, Deutschland
Die IEC 61000-4-31 ist eine neue Norm, die ergänzend zur IEC 61000-4-6 eine Störfestigkeitsprüfung im Frequenzbereich von 150 kHz - 80 MHz beschreibt. Die Prüfung erfolgt mit symmetrischen Breitbandsignalen. Der Beitrag berichtet über die wesentlichen Parameter des Prüfverfahrens und dessen praktische Anwendung.
10:00 Probleme und Unzulänglichkeiten bei der Anwendung von Normen oder "Warum können Normen nicht perfekt sein"
Dr. Bernd Jäkel, Siemens AG, Erlangen, Deutschland
Gerade im EMV-Bereich hat es nahezu jeder "Stakeholder" (Hersteller, Entwickler, Prüflabor, Kunde) mit der Thematik von EMV-Normen zu tun. Entwickler sollen bei der Entwicklung von Produkten die Vorgaben von Normen berücksichtigen, Hersteller sollen die Einhaltung von Normen sicherstellen, oder Prüflabore sollen nachweisen, dass Produkte die Anforderungen von Normen auch wirklich einhalten.
Dies impliziert eine Anspruchshaltung an den Inhalt von Normen, die davon ausgeht, dass die in Normen beschriebenen Verfahren und aufgeführten Anforderungen im Interesse aller Stakeholder sind und ihren jeweiligen Erwartungen entsprechen. Trotzdem stellt sich in der Praxis oftmals heraus, dass auch eine beispielsweise im Konsensprinzip erarbeitete Norm nicht immer den Erwartungen aller Beteiligten entspricht oder auch teilweise Unzulänglichkeiten enthält. Einem Unbeteiligten erscheint dies oftmals unverständlich, da die EMV-Normen im Grundsatz nur technisch/physikalische Verfahren oder Anforderungen spezifizieren sollten, ein Bereich, in dem die "Wahrheitsfindung" doch relativ einfacher sein sollte als in anderen Bereichen des täglichen Lebens.
Gründe für solche Unzulänglichkeiten in Normen existieren auf den unterschiedlichsten Ebenen. Hierzu gehören beispielsweise unterschiedliche Vorstellungen zu technischen Fragestellungen, aber auch ganz banal verschiedene Interessen im Hinblick auf die in Normen zu beschreibenden Verfahren oder Spezifikationen. Weitere Einflussgrößen sind die unterschiedlichen Kulturen und Vorgehensweisen der bei der Normerarbeitung beteiligten Fachexperten. Letztlich können indirekt auch regulatorische und/oder politische Motive eine Rolle spielen.
10:30 Luftfahrtgerät und die Anwendung der Radio Equipment Directive
Dr.-Ing. Robert Kebel, Airbus Operations GmbH, Hamburg, Deutschland
Mit Erscheinen der Radio Equipment Direktive (RED) und der immer häufigeren Verwendung von Luftfahrtgerät, das in nicht-aeronautischen zivilen Frequenzbändern senden kann, stellt sich die Frage, wie der Ausschluss von Luftfahrtgerät aus der RED mit dem Betrieb dieser Geräte vereinbar ist. Die betroffenen Geräte sind eindeutig Luftfahrtgerät und somit von der RED ausgenommen. Dennoch sollen Konflikte mit den nicht aeronautischen Bändern ausgeschlossen werden.

Zunächst scheint eine Nachweislücke für solches Gerät zu entstehen. Bei näherer Betrachtung lassen sich diese Geräte leicht technisch einwandfrei behandeln. Der Beitrag stellt einen einfachen pragmatischen Ansatz der Luftfahrtindustrie vor, der die technischen Belange hinreichend berücksichtigt.

Referenten

Herr Frank Deter
Dipl.-Ing. Frank Deter
Miele & Cie. KG, Oelde, Deutschland
1981: Abschluß eines Direktstudiums als Dipl.-Ing. für Funkmeßtechnik
1981 - 1991: Betrieb und Instandsetzung von Radarstationen
1990: Abschluß eines externen Studiums an der TU Dresden als Dipl.-Ing. für Elektrotechnik
1991 - 1995: Leiter des EMV-Labors von Schaffner Elektronik in Karlsruhe
1995 - 2012: Leiter des EMV-Labors der Firma Bauknecht Hausgeräte in Schorndorf
seit 1998: Mitglied in verschiedenen EMV-Komitees in IEC und CISPR
seit 2012: Gruppenleiter bei Miele & Cie. KG, Werk Oelde
Dr.-Ing. Ralf Heinrich
AMETEK CTS Europe GmbH, Berlin, Deutschland
Dr. Ralf Heinrich ist als Entwicklungsleiter für EMV Mess- und Prüftechnik bei der TESEQ GmbH tätig und aktiver Mitarbeiter in den IEC-Arbeitsgruppen SC77B / WG10 und SC77A / WG6.
Dr. Bernd Jäkel
Siemens AG, Erlangen, Deutschland
Dr. Bernd Jäkel ist seit mehr als 28 Jahren im Bereich EMV tätig und gegenwärtig technischer Leiter des EMV-Zentrums der Siemens AG, Digital Factory. Er ist in der internationalen engagiert, tätig als Chairman von CISPR B und als Convenor/Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen von IEC TC 77, IEC SC 65 A, CISPR B, CISPR H, IEC TC 106 und CLC TC 210.
Dr.-Ing. Robert Kebel
Airbus Operations GmbH, Hamburg, Deutschland
Robert Kebel studierte von 1988 bis 1995 Elektrotechnik mit Schwerpunkt Mess- und Regelungstechnik an der Universität Hannover. Nach seinem Diplom arbeitete er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik. Während dieser Zeit unterrichtete er an der Fachhochschule Hannover Leitungstheorie; 1997 bereitete er ein EMV Testlabor auf die Akkreditierung vor. Nach seiner Promotion schloss er sich 1999 der EADS im Bereich Militärflugzeuge, Signaturtechnik an. Seit August 2001 arbeitet Dr. Kebel bei Airbus in Hamburg, wo er heute als Experte für die Beurteilung der EMV und des Blitzschutzes an Flugzeugen zuständig ist. Dr. Kebel arbeitet maßgeblich in den internationalen Luftfahrtgremien zur EMV mit. Dr. Kebel ist Senior Member im IEEE.


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