20. - 22.02.2018
Düsseldorf
EMV 2018
Internationale Fachmesse und Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit

 
 
 

Session 1d

Systembetrachtungen zur EMV

Termin

Dienstag, 20.02.2018, 15:00 - 17:00 Uhr

Chairperson

Dr. Frank Sabath

Beschreibung

15:00 Eignung von Meßplätzen im Frequenzbereich von 9 kHz bis 30 MHz mit Rahmenantennen
Dipl.-Ing. Friedrich Wilhelm Trautnitz, Albatross Projects GmbH, Nattheim, Deutschland
In der CISPR 16-1-4 wird zukünftig ein Passus zur Verifizierung von EMV Messplätzen im Frequenzbereich von 9 kHz bis 30 MHz ergänzt. Die Arbeiten für die Validierungsmethode sind weit fortgeschritten und im Juli 2017 soll ein erster CD herausgegeben werden. Die einzelnen Kapitel in der CISPR 16-1-4 werden grundlegend umgestaltet und neu geordnet. Die Meßprozedur wird beschrieben, maximale Grenzwerte der Abweichung von der Theorie diskutiert und Messungen auf einem Messplatz bei verschiedenen Messabständen gezeigt. Im Rahmen der Arbeit des AHF und CISPR A WG1 < 30 MHz wurden umfangreiche Untersuchungsmessungen zu diesem Entwurf durchgeführt. Dazu wurden vor Durchführung der NSA Messungen von 9 kHz bis 30 MHz umfangreiche Untersuchungen zu Kopplungen der Sende- und Empfangsantenne in der Absorberhalle und der Kabelverlegung gemacht. Nachdem diese Untersuchungen abgeschlossen waren, wurde mit dem ausgewählten Aufbau die NSA in verschiedenen Messentfernungen von ca. 3 m bis 10 m mit Rahmen Antennen Durchmesser 30 cm und 60 cm gemessen. Diese Messwerte werden zudem mit den Messwerten des RRT von 2012 mit Rahmen Antennen 50 cm verglichen.
15:30 Vergleichsuntersuchungen zwischen EMV-Laboratorien im Bereich der Störfestigkeitsprüfungen
Dipl.-Ing. (FH) Simon Scheck, EPCOS AG, Regensburg, Deutschland
Gerade unter dem Aspekt der Sicherstellung der Qualität von Prüfergebnissen sind Vergleichsmessungen zwischen EMV-Laboratorien zwingend erforderlich.

Die Durchführung solcher Vergleichsuntersuchungen in Form von Ringvergleichen ist bei den Prüfungen der Störaussendung jahrelange Praxis, wird jedoch selten für den Bereich der Störfestigkeitsprüfungen angewandt. Dieser Beitrag gibt ein Beispiel für die Herangehensweise und berichtet über Erfahrungen beim Vergleich von Störfestigkeitsuntersuchungen in unterschiedlichen Laboratorien.

Es wird gezeigt, wie mit einfachen Mitteln und einem geeigneten Musterprüfling eine Vergleichsuntersuchung aufgesetzt und mit mehreren Laboratorien initiiert werden kann. Ziel ist es, aussagekräftige Ergebnisse für einen Verbesserungsprozess zu liefern.
16:00 Aufbau eines automatisierten Messstandes zur Störfestigkeitsuntersuchung von Unmanned Aerial Vehicles
Felix Burghardt, Leibniz Universität Hannover, Hannover, Deutschland
In diesem Vortrag wird der Aufbau eines automatisierten Messstandes präsentiert, mit welchem Störfestigkeitsanalysen von Mutlicoptern und seinen Subsystemen durchgeführt werden können. Der Messstand ist selbstständig in der Lage, Fehler zu identifizieren, zu klassifizieren und die Ergebnisse sowohl zu protokollieren als auch über die Fortführung der Messung zu entscheiden.

Es wird dabei sowohl auf den Hardware-Aufbau als auch auf die Funktionsweise der Software (Ansteuerung der Geräte, Messautomatisierung und Auswertung der Messergebnisse) detailliert eingegangen. Die Klassifizierung der Fehler erfolgt automatisch anhand der Fehlerklassifizierung (nach der Dauer und Zeitpunkt) von Sabath. Zum Abschluss werden exemplarisch die durch den Messstand gewonnene Messergebnisse präsentiert.
16:30 EMV Simulationsprozess für komplexe Kfz Systeme
Dr.-Ing. Johannes Hippeli, BMW AG, München, Deutschland
EMV Simulation ist ein sehr anspruchsvolles, wertvolles und mächtiges Werkzeug für EMV Spezialisten. Wenn dieses Werkzeug nicht nur für einzelne Analysen, sondern auch als fester Bestandteil bei der Produktentwicklung komplexer Systeme verwendet werden soll, bedarf es einer Vielzahl an Voraussetzungen und Befähigungen. Dieser Fachartikel behandelt Fragestellungen und Lösungen, wie die EMV Simulation in den Prozess der Entwicklung von Kraftfahrzeugen erfolgreich integriert werden kann.

Es wird diskutiert, warum die EMV Systemsimulation im Vergleich zur etablierten Crash Berechnung nicht Schritt halten kann. Anschließend wird der operative Simulationsprozess beschrieben, welcher sich aus der Datenbeschaffung, Modellierung, Berechnung und Auswertung zusammensetzt. Damit der Prozess funktionieren kann, werden Befähigungen benötigt. Zu den Befähigungen gehört ein Datenmanagement System, eine Toolkette, abgestimmte Synchropläne, fest definierte Simulationslastfälle und eine durchgängige Verifikations- und Validierungsstrategie.

Wenn der Prozess definiert und die Befähigungen sichergestellt sind, kann der Aufwand dem Nutzen gegenübergestellt werden, um den neuen Prozess zu bewerten.

Referenten

Herr Felix Burghardt
Felix Burghardt
Leibniz Universität Hannover, Hannover, Deutschland
  • 10/08 bis 09/09: Studium der Mechatronik (B.Sc.) an der Universität des Saarlandes

  • 10/09 bis 05/14: Studium der Mechatronik (B.Sc.) an der Leibniz Universität Hannover (LUH)

  • 04/14 bis 07/16: Studium der Mechatronik (M.Sc.) an der LUH

  • 10/16 bis 12/16: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (WM) an dem Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik (LUH)

  • seit 10/16: Promotionsstudent an der LUH

  • seit 01/17: WM an dem Institut für Grundlagen der Elektrotechnik (Helmut Schmidt Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg)
Dr.-Ing. Johannes Hippeli
BMW AG, München, Deutschland
Johannes Hippeli erhielt 2007 den Dipl.-Ing. Elektrotechik an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen. Von 2007 bis 2010 war er als Doktorand in der Abteilung EMV Gesamtfahrzeug bei der Audi AG in Ingolstadt tätig, wo er sich mit der EMV Simulation von Fahrzeugen beschäftigte. Den Doktor Titel erhielt er 2014 von der Technischen Universität Dortmund mit dem Thema "Analyse von niederfrequenten Magnetfeldern in Kraftfahrzeugen". Seit 2011 ist er als Entwicklungsspezialist in der Abteilung EMV Gesamtfahrzeug bei der BMW AG in München tätig. Seine Interessen sind EMV von Komponenten und Fahrzeugen, numerische elektromagnetische Lösungsverfahren für EMV-Analysen auf Systemebene, sowie Berechnungen von Fahrzeugantennensystemen.
Herr Simon Scheck
Dipl.-Ing. (FH) Simon Scheck
EPCOS AG, Regensburg, Deutschland
Herr Scheck studierte an der Fachhochschule Regensburg Elektrotechnik mit dem Studienschwerpunkt Nachrichtentechnik.

Anschließend war er als Produkt- und Testingenieur für Bus- und Clock-Bausteine bei Texas Instruments Deutschland GmbH in Freising tätig.

Seit 2001 ist er im EMV-Labor der EPCOS AG, die seit 2009 ein Teil des TDK-Konzerns ist, in Regensburg als EMV-Ingenieur und seit 2012 als dessen stellvertretender Leiter beschäftigt.

Er arbeitet seit 2003 im VDI/VDE-GMA Fachauschuss 3.12 zur Erstellung von Kalibrierrichtlinien für Messmittel für elektrische Größen mit.
Herr Friedrich Wilhelm Trautnitz
Dipl.-Ing. Friedrich Wilhelm Trautnitz
Albatross Projects GmbH, Nattheim, Deutschland
Studium der Hochfrequenz- und Nachrichtentechnik an der Universität Erlangen - Nürnberg; Technichcal Director Fa. Albatross Projects GmbH; Auslegung von Industrieschirmungen und EMV Meßplätze; Qualitäts-, Umweltbeauftragter; Obmann des AK 767.4.1 und Mitarbeiter in verschieden Normengremien des VDE wie z.B. UK 767.4, GAK 767.3/4.4; stellvertretender Obmann des AK 767.14.14, Mitglied im nationalen Komitee von CISPR A WG1 und WG2, JTF FAR und JTF RSM und JTF CISPR 25; Member Ad Hoc site VSWR, Ad Hoc < 30 MHz WG1 und WG2, Ad Hoc Volume Size; stellvertretender deutscher Sprecher im CISPR A.


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