20. - 22.02.2018
Düsseldorf
EMV 2018
Internationale Fachmesse und Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit

 
 
 

Session 5b

EMV-Modellbildung

Termin

Donnerstag, 22.02.2018, 09:00 - 10:30 Uhr

Chairperson

Prof. Dr. Frank Gronwald

Beschreibung

09:00 Optimierung der virtuellen EMV Absicherung durch Erstellung von leitungsgeführten Störquellenmodellen aus Messungen
M.Sc. Janne Hein, BMW AG & Technische Universität München, München, Deutschland
Es wird eine Methodik zur Entwicklung und Verwendung von leitungsgeführten Störquellenmodellen auf Komponentenebene präsentiert, welche für die virtuelle EMV Absicherung auf Komponenten- und Fahrzeugebene eingesetzt werden können. Bisher sind selten Störquellenmodelle für Fahrzeugkomponenten verfügbar. Ohne komponenten-spezifische Modelle können nur vergleichende Analysen durchgeführt werden oder Tendenzen bestimmt werden. Das Ziel ist eine Methodik, mit deren Anwendung für jede E/E-Komponente mit Hilfe des Normaufbaus der leitungsgeführten Emissionsmessung ein leitungsgeführtes Störmodell für virtuelle EMV Analysen generiert werden kann. Für welche Art von Störungen die Methodik anwendbar ist und welche messtechnischen Voraussetzungen dafür benötigt werden, wird diskutiert. Ein konkretes Anwendungsbeispiel wird mit Hilfe von Simulationen untersucht und die Vorteile der Verwendung von Störquellenmodellen für die EMV Absicherung präsentiert.
09:30 Pareto-Optimierung von reflexionsarmen Sternpunkten in automotiven Bussystemen
B.Eng. Alexander Stieler, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Wolfenbüttel, Deutschland
In dieser Arbeit wird die vorteilhafte Methodik der Pareto-Optimierung dazu genutzt, Sternpunkte in automotiven Bussystemen reflexionsarm auszulegen. Letztere finden in der Praxis breite Verwendung, tragen sie doch zur kostengünstigen Vernetzung der unterschiedlichsten Sensoren und Aktoren bei. Insbesondere wird ein seit längerer Zeit bekanntes Vorgehen aufgegriffen, bei dem die Signalintegrität durch das Einfügen von passiven Bauelementen deutlich verbessert wird.

Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist die Ableitung der Pareto-effizienten Bauteilrealisationen, die im Hinblick auf die zu definierenden Zielgrößen optimal sind. Die Simulation des betrachteten Testnetzwerks basiert dabei auf Leitungsparametern, die an realen Leitungen mittels eines neuartigen Messaufbaus als Funktion der Frequenz hochgenau bestimmt wurden. Neben Messung und Simulation erfolgt auch eine rein analytische Berechnung aller relevanten Zeitsignale, wodurch sich die Pareto-Optimierung selbst sehr vorteilhaft implementieren lässt.
10:00 Grenzen des Stromscan-basierten Dipolmodells und Erweiterung mit einem quasistatischen Ansatz
M.Sc. Zongyi Chen, Technische Universität Dortmund, Dortmund, Deutschland
In dieser Arbeit werden zunächst die theoretischen Grenzen des Dipolmodells diskutiert. Die Limitierung des Dipolmodells für die vorgestellte Kabelstruktur wurde bisher in keiner uns bekannten Veröffentlichung behandelt. Für die Verbesserung der Vorhersage bei tiefen Frequenzen werden Strom und E-Feldmessungen im Nahbereich kombiniert, was einen innovativen Ansatz darstellt. Dazu wird ein quasistatischer Ansatz mit dem Dipolmodell vereint. Die Ladungsverteilung entlang des Kabels, welche durch indirekte Spannungsmessung mit einer kurzen Monopolantenne im Nahbereich der Kabelstruktur bestimmt wird, kann dann zusammen mit der Stromscan-basierten Messung kombiniert werden.

Referenten

M.Sc. Zongyi Chen
Technische Universität Dortmund, Dortmund, Deutschland
Zongyi Chen hat 2012 ihr Masterstudium in Elektrotechnik an der China University of Mining and Technology abgeschlossen. Sie arbeitet zur Zeit als Ph.D. Studentin am Arbeitsgebiet Bordsysteme an der Technischen Universität Dortmund. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Erstellung von elektromagnetischen Verhaltensmodellen und der Vorhersage von Feldemissionen.
Frau Janne Hein
M.Sc. Janne Hein
BMW AG & Technische Universität München, München, Deutschland
Janne Hein erhielt im Jahr 2013 und 2015 den Abschluss Bachelor- bzw. Master of Science in Wirtschaftsingenieurwesen Elektro- und Informationstechnik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland. Seit 2015 ist sie Doktorandin am Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik der Technischen Universität München in Kooperation mit der BMW AG, München, Deutschland. Ihr Dissertationsthema beschäftigt sich mit der Ermittlung einer Methodik zur Optimierung der EMV-Absicherung für E-Fahrzeuge mit Ladetechnik durch Messung, Simulation und Qualitätsmethodik.
Herr Alexander Stieler
B.Eng. Alexander Stieler
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Wolfenbüttel, Deutschland
Alexander Stieler ist Mitarbeiter im Labor für Elektromagnetische Verträglichkeit an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel. Herr Stieler steht kurz vor dem Abschluss seiner Masterarbeit, in der er sich mit modernen Bussystemen wie Automotive Ethernet oder CAN FD befasst.


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